Bachelorarbeit Formatierung: Der komplette Leitfaden
Bei meiner eigenen Bachelorarbeit habe ich die Formatierung bis zum letzten Tag aufgeschoben. Das Ergebnis: drei Stunden Panik wegen falscher Seitenzahlen und verrutschter Seitenränder. Damit dir das nicht passiert, habe ich hier alles zusammengefasst, was du zur Formatierung wissen musst.
Schrift & Text
Die Schriftwahl ist kein Stilmittel. Deine Prüfungsordnung gibt vor, was erlaubt ist. In 90% der Fälle ist es eine der folgenden Kombinationen:
- Times New Roman, 12pt (Serifenschrift, Standard an den meisten Unis)
- Arial, 11pt (serifenlos, manchmal als Alternative erlaubt)
Der Zeilenabstand beträgt fast immer 1,5-fach. Manche Unis erlauben in Fußnoten einen einfachen Zeilenabstand (1,0).
Verwende Blocksatz mit aktivierter Silbentrennung. Ohne Silbentrennung entstehen hässliche Lücken zwischen den Wörtern. In Word findest du die Einstellung unter Layout > Silbentrennung > Automatisch.
Absätze trennst du entweder durch einen Abstand nach dem Absatz (6-12pt) oder durch Einrücken der ersten Zeile (1,25cm). Beides gleichzeitig wirkt überladen.
Seitenränder
Die Standardwerte, die an den meisten Hochschulen gelten:
Links (Bundsteg)
3,0 cm
Rechts
2,0 - 2,5 cm
Oben
2,5 cm
Unten
2,5 cm
Der linke Rand ist breiter, weil dort die Bindung sitzt. Wenn du doppelseitig druckst, wechselt der Bundsteg die Seite. In Word stellst du das unter Layout > Seitenränder > Gespiegelt ein.
Prüfe die Ränder unbedingt im Ausdruck. Am Bildschirm sieht alles anders aus als auf Papier.
Seitenzahlen
Seitenzahlen sind der häufigste Formatierungsfehler. Die Grundregel:
- Deckblatt: keine Seitenzahl (wird aber mitgezählt)
- Verzeichnisse: römische Zahlen (I, II, III, ...)
- Ab Einleitung: arabische Zahlen (1, 2, 3, ...), Einleitung beginnt mit Seite 1
- Anhang: Seitenzahlen fortlaufend (arabisch) oder eigene Nummerierung (A-1, A-2)
In Word brauchst du dafür Abschnittswechsel. Füge nach dem Deckblatt und nach den Verzeichnissen jeweils einen ein (Layout > Umbrüche > Nächste Seite). Deaktiviere dann im neuen Abschnitt "Mit vorheriger verknüpfen", bevor du das Seitenzahlformat änderst.
Tipp: Stelle die Seitenzahlen ganz am Anfang ein, bevor du den Text schreibst. Nachträglich ist es deutlich aufwendiger.
Überschriften & Gliederung
Nutze maximal drei Gliederungsebenen (z.B. 2.1.3). Vier oder mehr Ebenen machen die Arbeit unübersichtlich und deuten auf eine schlechte Struktur hin.
Jede Überschrift bekommt eine Nummerierung. Typische Formatierung:
- Ebene 1 (z.B. 2 Theoretischer Rahmen): 14pt, fett
- Ebene 2 (z.B. 2.1 Definition): 12pt, fett
- Ebene 3 (z.B. 2.1.1 Abgrenzung): 12pt, fett kursiv
Wichtig: Auf jede 2.1 muss mindestens eine 2.2 folgen. Eine einzelne Unterebene ist ein logischer Fehler. Wenn du nur einen Unterpunkt hast, gehört der Inhalt in die übergeordnete Ebene.
Nutze die Formatvorlagen in Word oder die Befehle in LaTeX (\section, \subsection). So generiert sich das Inhaltsverzeichnis automatisch.
Verzeichnisse
Eine typische Reihenfolge der Verzeichnisse:
- Inhaltsverzeichnis (Pflicht)
- Abbildungsverzeichnis (ab 3+ Abbildungen)
- Tabellenverzeichnis (ab 3+ Tabellen)
- Abkürzungsverzeichnis (wenn fachspezifische Abkürzungen verwendet werden)
Erstelle alle Verzeichnisse automatisch. In Word: Abbildungen und Tabellen mit Beschriftung versehen (Rechtsklick > Beschriftung einfügen), dann über Referenzen > Abbildungsverzeichnis einfügen.
Aktualisiere die Verzeichnisse als allerletzten Schritt vor dem PDF-Export. Sonst stimmen die Seitenzahlen nicht.
Quellenangaben & Literaturverzeichnis
Es gibt zwei verbreitete Zitierstile im deutschsprachigen Raum:
- Deutsche Zitierweise (Fußnoten): Quelle als Fußnote am Seitenende. Vollbeleg beim ersten Mal, Kurzbeleg bei Wiederholung. Verbreitet in Jura, Geschichte, Geisteswissenschaften.
- Harvard-Zitierweise (im Text): Kurzbeleg direkt im Text (Autor, Jahr, Seite). Verbreitet in BWL, Sozialwissenschaften, Psychologie.
Egal welcher Stil: Er muss durchgehend einheitlich sein. Ein Wechsel zwischen Fußnoten und Harvard in derselben Arbeit ist ein schwerer Formfehler.
Das Literaturverzeichnis steht am Ende der Arbeit, vor dem Anhang. Sortiere alphabetisch nach Nachname des Erstautors. Jede Quelle, die du im Text zitierst, muss dort auftauchen. Quellen, die du nur gelesen aber nicht zitiert hast, gehören nicht hinein.
Nutze einen Literaturmanager (Zotero, Citavi, Mendeley). Das spart Stunden und verhindert inkonsistente Einträge.
Formatierung steht. Aber stimmt auch der Inhalt?
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