Exposé schreiben: Aufbau, Tipps und die 7 häufigsten Fehler
Du musst ein Exposé schreiben und weißt nicht genau, was reingehört? Kein Wunder: Die meisten Lehrstühle erklären, dass sie eins wollen, aber nicht, wie ein gutes aussieht. Hier erfährst du, was in ein Exposé gehört, wie du es aufbaust und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.
Tipp: Du kannst dein fertiges Exposé vor der Abgabe von AbschlussCheck prüfen lassen. Der Exposé-Check gibt dir eine Einschätzung zur Annahmefähigkeit und zeigt dir, wo du nachbessern solltest. Ab 9 EUR.
Aufbau eines Exposés
1. Problemstellung und Relevanz
Warum ist dein Thema wichtig? Starte nicht mit "Seit jeher beschäftigt sich die Menschheit mit...", sondern mit einem konkreten Problem. Zeige, welche Lücke in der Forschung existiert und warum es sich lohnt, sie zu füllen. Zwei bis drei Absätze reichen.
2. Forschungsfrage
Die Forschungsfrage ist das Herzstück. Sie muss spezifisch, beantwortbar und relevant sein. "Wie beeinflusst Social Media die Kaufentscheidung?" ist zu breit. "Wie beeinflusst Instagram-Werbung die Kaufentscheidung von 18- bis 25-Jährigen bei Modeprodukten?" ist besser. Leite aus der Hauptfrage 2 bis 3 Teilfragen ab.
3. Forschungsstand
Zeige, dass du die wichtigsten Arbeiten zu deinem Thema kennst. Liste nicht einfach Quellen auf, sondern ordne sie ein: Welche Positionen gibt es? Wo widersprechen sich Autoren? Wo ist die Lücke, die deine Arbeit füllen soll? 1 bis 2 Seiten mit 10 bis 15 Quellen sind ein guter Richtwert.
4. Methodik
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Beschreibe nicht nur WAS du tust (Interviews, Umfrage, Literaturanalyse), sondern WARUM genau diese Methode passt. Wie groß ist die Stichprobe? Wie wertest du die Daten aus? Welche Grenzen hat dein Ansatz? Je konkreter, desto überzeugender.
5. Vorläufige Gliederung
Zeige die geplante Kapitelstruktur deiner Arbeit. Jeder Punkt sollte einen kurzen Satz haben, der erklärt, was dort behandelt wird. Das beweist, dass du einen roten Faden hast und weißt, wie die einzelnen Teile zusammenhängen.
6. Zeitplan
Teile die Bearbeitungszeit in konkrete Phasen: Recherche, Datenerhebung, Schreiben, Überarbeitung. Plane Pufferzeit ein. Ein realistischer Zeitplan zeigt dem Betreuer, dass du das Projekt ernst nimmst und die Deadline halten wirst.
Die 7 häufigsten Fehler
Forschungsfrage zu breit
Der Klassiker. Wenn deine Frage ein ganzes Buch füllen könnte, ist sie für eine Bachelorarbeit zu groß. Teste dich: Kannst du die Frage in 40 bis 60 Seiten beantworten? Wenn du unsicher bist, grenze weiter ein.
Methodik nur benannt, nicht begründet
"Ich mache Interviews" reicht nicht. Warum Interviews und nicht eine Umfrage? Warum leitfadengestützt? Wie viele? Wer wird befragt und warum genau diese Personen? Die Begründung zeigt, dass du verstehst, was du tust.
Forschungsstand als Literaturliste
Ein Forschungsstand ist keine Aufzählung von Quellen. Er ist eine strukturierte Diskussion: Wer sagt was? Wo gibt es Übereinstimmung, wo Widerspruch? Wo genau liegt die Lücke, die deine Arbeit füllt?
Kein roter Faden zwischen den Teilen
Problemstellung, Frage, Methodik und Gliederung müssen zusammenpassen. Wenn deine Forschungsfrage nach Ursachen fragt, aber deine Methode nur Beschreibung liefert, fällt das dem Betreuer sofort auf.
Zeitplan ohne Puffer
Kein Plan überlebt den Kontakt mit der Realität. Rechne mit Verzögerungen bei der Datenerhebung, Schreibblockaden und mehreren Überarbeitungsrunden. Plane mindestens 2 Wochen Puffer ein.
Zu viel Ergebnisse vorwegnehmen
Ein Exposé beschreibt, was du vorhast, nicht was du herausfinden wirst. Formulierungen wie "Die Analyse wird zeigen, dass..." suggerieren, dass du das Ergebnis schon kennst. Besser: "Die Analyse soll untersuchen, ob..."
Format und Sprache vernachlässigen
Ein Exposé ist der erste Eindruck, den dein Betreuer von deiner Arbeit bekommt. Tippfehler, fehlende Seitenzahlen oder unsauberes Zitieren signalisieren: Wenn das Exposé schon so aussieht, wie wird dann die Arbeit?
Beispiel-Gliederung
So könnte die Gliederung eines Bachelorarbeit-Exposés aussehen:
- 1. Problemstellung und Relevanz (0,5 Seiten)
- 2. Forschungsfrage und Zielsetzung (0,5 Seiten)
- 3. Aktueller Forschungsstand (1-2 Seiten)
- 4. Theoretischer Rahmen (0,5 Seiten)
- 5. Methodisches Vorgehen (1 Seite)
- 6. Vorläufige Gliederung der Arbeit (0,5 Seiten)
- 7. Zeitplan (0,5 Seiten)
- 8. Vorläufiges Literaturverzeichnis (1 Seite)
Realistischer Zeitplan
Gesamtdauer: 4 bis 6 Wochen. Fange früh an, damit du vor der Abgabefrist noch Feedback einarbeiten kannst.